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Der "Lago de Atitlán" (Atitlán See) - Guatemalas schönstes Fleckchen Erde

Der Atitlán See ist eine der schönsten Attraktionen Guatemalas. Umgeben von Vulkanen und gesprenkelt mit kleinen, bunten Städten und Dörfern wird dieser Hochgebirgssee auch Dich in seinen Bann ziehen. Hier eine Vorstellung der schönsten Orte rund um den Lago de Atitlán.


Alexander von Humboldt nannte ihn "den schönsten See der Welt". Aldous Huxley schrieb: "Der Comer See, so scheint es mir, berührt die Grenze des zulässig malerischen, aber Atitlán ist Como mit der zusätzlichen Verzierungen durch mehrere immense Vulkane. Es ist wirklich zu viel von einer guten Sache."


Eines sei vorweggenommen: Die beiden haben nicht übertrieben! Ein derart malerisches Fleckchen Erde habe ich noch nicht bereisen dürfen. Rund um den See mit seinen fruchtbaren Vulkanböden und dem gemäßigten Klima haben sich im Laufe der Zeit verschiedene Maya-Stämme angesiedelt. Die daraus entstandenen Gemeinden schaffen (die einen mehr, die anderen weniger) einen Spagat zwischen authentischem Lebensalltag der indigenen Bevölkerung und dem Angebot einer touristischen Infrastruktur. Hier eine Vorstellung der schönsten und wichtigsten Orte rund um das Ufer des Lago de Atitlán. Hinweis: Am Ende des Blogartikels gibt es noch ein kleines Video von mir zu den verschiedenen Orten.



Panajachel - Ankunftsort, größte Stadt und Drehkreuz

Die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass du in der größten Stadt Panajachel (häufig nur Pana genannt) ankommst, wenn du am Atitlán See Urlaub machst. Hier stehen die großen Hotels, die Uferpromenade ist voller Restaurants und Verkaufsstände. Pana ist der bei Guatemalteken beliebteste Urlaubsort am Lago. Die Stadt dient zudem als Drehkreuz sowohl für die Shuttles in das ganze Land als auch für die Lanchas zu sämtlichen Städten am See. Im Ort sind viele Tourismus- und Touranbieter ansässig. Du kannst von hier aus eines der günstigsten und gleichzeitig spektakulärsten Paragliding-Angebote der Welt nutzen und das Naturreservat Reserve Natural Atitlan mit seinen Nasenbären, Affen und Schmetterlingen besuchen.


Der Ort selbst ist nicht besonders schön. Allerdings bietet er ein größeres und authentischeres, kulinarisches Angebot, als die restlichen Städte. Besonders zu empfehlen ist ein kleiner Street-Food Wagen, der zur Mittagszeit vor dem Porta Hotel del Lago kleine Köstlichkeiten wie Tostadas, Empanadas und Chuchitos verkauft und das Rinconcito Salvadoreño - wo ihr köstliche Pupusas aus El Salvador essen könnt.


Zudem befindet sich am Porta Hotel del Lago der einzige wirklich zuverlässige Geldautomat am See!



San Marcos - Das Hippiedorf

Eine der bekanntesten Gemeinden am Atitlán See ist San Marcos. Zu verdanken hat sie dies den vielen Hippies und Expats, die sich insbesondere im unteren Teil der Stadt am Pier niedergelassen haben. Etwas stadtauswärts haben wir eine Woche lang in einem kleinen Bungalow mit Blick auf den See gewohnt und die Wahl des Ortes nicht eine Sekunde bereut. Diese Wahl ist insofern nicht unerheblich, dass die letzten Lanchas (mehr zu den Booten im untersten Abschnitt) um 17 Uhr ablegen und du danach nur sehr schwer in andere Orte gelangst. Die Städte sind zum Teil mit steilen Bergen umgeben und nicht immer durch Straßen miteinander verbunden. Für uns war die Mischung aus guten kulinarischen Angeboten und dennoch nicht zu viel Trubel genau richtig. Zudem liegt der Ort absolut malerisch mit fantastischen Blicken auf die umgebenden Vulkane.


Der touristische Teil San Marcos liegt links und rechts des Weges vom Pier in Richtung des traditionellen Ortes. Viele der Hotels und Cafés versprühen einen Hippie Charme - genauso wie viele der Touristen, die hier ihre Chakras aufladen, an Yogakursen teilnehmen und verschiedenen Zeremonien beiwohnen. Das ist zwar nicht jedermanns Sache - der allgemeine Vibe ist allerdings friedlich und entspannt. Es scheint, als würden die Einheimischen und Hippies hier in friedlicher Koexistenz leben.


Unsere Tipps: Trinke einen Kaffe oder nimm an einem Yoga Kurs im Eagle´s Nest mit atemberaubenden Aussichten über den Ort und auf den See teil. Besuche im Anschluss das Naturreservat Cerro Tzankujil und spring von der Plattform mehrere Meter in das kühle Nass.

Unsere kulinarische Empfehlung ist das bunte und gleichzeitig irgendwie stylische Restaurant Konojel. Hier gibt es ein täglich wechselndes Tagesgericht, welches jeweils ein traditionelles Gericht aus einer bestimmten Stadt oder Region Guatemalas bildet. So kannst du dich innerhalb einer Woche einmal durch die Kulinarik ganz Guatemalas schlemmen. Solltet dich das Verlangen nach französischen Backwaren überkommen, bietet das Circle Café fantastisches Sauerteigbrot und himmlische Pain au chocolate an.



San Pedro - Die Partyhochburg

Der wohl bekannteste Ort am Lago Atitlán lockt vor allem junge Backpacker auf der Suche nach günstigen Unterkünften und belebtem Nachtleben. Zudem findest du hier die größte Vielfalt an internationalen Restaurants am See - darunter viele israelische. Beliebt sind auch die zahlreichen ortsansässigen Sprachschulen in denen man für einen schmalen Taler Spanisch lernen kann und bei den Einheimischen wohnt. Das guatemaltekische Spanisch gilt als das sauberste in ganz Mittel- und Südamerika und die Sprachschulen in San Pedro als die günstigsten weltweit.


San Pedro selbst ist nicht besonders schön und hat uns nicht weiter in seinen Bann gezogen. Auch fehlt das allgegenwärtige Vulkanpanoramo, welches man von der gegenüberliegenden Seite des Sees genießt. Die Stadt eignet sich jedoch gut als Ausgangspunkt für geführte Wanderungen zum Mayan Face (dazu später mehr) und Volcan Pedro, da hier viele Tourismusanbieter ansässig sind. Diese bieten auch Kajaks für eine kleine Tour auf dem See zum Verleih an. An der Hauptstraße findest du einen (meistens) funktionierenden Geldautomaten. Im höher liegenden Ort steht eine schöne katholische Kirche mit einem tollen Ausblick auf das Mayan Face.


Eine preisgünstige kulinarische Empfehlung, wenn ihr Appetit auf authentische mexikanische Tacos bekommt, ist das Tacomex unweit des Piers.



San Juan - Die bunte und entspannte Dorfgemeinschaft

Im kleinen Nachbarort der bekannten Partyhochburg San Pedro geht es eher gemächlich zu. Die Menschen sind freundlich und die Dorfgemeinschaft hat die Fassaden und Straßen in den buntesten Farben bemalt. Die Murals zeigen traditionelle Maya Symbole, Tiere und Menschen.


Bei der Ankunft mit der Lancha zeigt sich zunächst ein skurriler Anblick. Von den Leinen der farbenfroh geschmückten Bootsanlagestelle hängen alte verwitterte Spielpuppen. Teile der Stege und des Piers liegen unterhalb der Wasseroberfläche. Zu verdanken ist dies einem Anstieg des Wasserspiegels des Sees von mehreren Metern während der letzten Jahrzehnte. Die Wissenschaft hat hierfür bisher keine sichere Erklärung. Die Dorfältesten der einheimischen Maya kennen das Phänomen und sprechen von einem Zyklus von 50 Jahren, in dem der Wasserspiegel steige und dann wieder falle. Aus diesem Grund liegen ihre Wohnhäuser in allen Gemeinden nicht in der Nähe des Ufers, sondern hoch an den Hängen der umgebenden Berge.


Schaue dir den skurrilen Pier an und gehe die bunte Hauptstraße mit Restaurants und Shops hinauf bis zur Kirche. Streife durch die Gassen des traditionellen Ortes und spotte die zahlreichen Murals. Du kannst übrigens auch in ca. 15 Minuten von San Pedro nach San Juan zu Fuß laufen und dir die 15 Quetzales für die Lancha sparen. Unseren Informationen nach ist der Weg halbwegs sicher, du solltest dich aber im Vorfeld informieren.



Santa Catarina Palopó - Das authentische, blaue Juwel

Eine der zweifellos schönsten Gemeinden am See ist der Nachbarort von Panajachel - Santa Catarina Palopó. Bekannt ist dieser vor allem für seine vielen blauen und türkisen Häuser, die mit klassischen Maya Mustern des Kaqchikel Stammes bemalt sind. Diese sind angelehnt an die traditionellen blauen Gewänder, die bis heute von vielen Frauen im Ort getragen werden.


Alles erschien uns hier wesentlich untouristischer als in den anderen Orten und die Menschen noch eine Spur netter und entspannter. Obwohl der Ort nur eine ca. 10 minütige Tuk Tuk Fahrt von Panajachel entfernt liegt, haben wir keine anderen Touristen angetroffen.


Nahe des Ufers findet ihr den Fußballplatz der Dorfschule mit einem der wohl schönsten Panoramen überhaupt (wie gerne hätte ich hier ein bisschen gekickt). Der Ort ist wirklich nicht groß und lässt sich leicht zu Fuß erkunden. Lass dich einfach durch die bunten Gassen treiben und genieße einen Kaffee oder ein Bier bei Cafe Tuk am bunten Kirchplatz - dem wohl schönsten und buntesten Ort in Santa Catarina Palopó.



Santiago Atitlán - Maximón und authentisches Stadtleben

Der südlichste Ort am See ist vor allem für eine Sache bekannt - Maximón. Dabei handelt es sich um einen synkretistischen Volksheiligen, der in wenigen Gemeinden des guatemaltekischen Hochlands verehrt wird. Ihm werden sowohl positive (heilende) als auch negative (verfluchende) Kräfte nachgesagt. Um ihn zu besänftigen und Heilung zu erbitten, versorgen die Einheimischen die Maximón-Figur mit Schnaps, Zigaretten, Geld und andere Geschenken.


Den Ort auf eben diesen kuriosen Maximón zu reduzieren, käme ihm nicht gerecht. Eingekesselt von drei Vulkanen liegt Santiago Atitlan in einer malerischen Bucht. Dadurch entgeht einem zwar das tolle Panorama, das man von der anderen Seite des Sees hat, dennoch bietet sich eine schöne Sicht auf die steilen Hänge des Volcan Pedro. Zudem kam uns der Ort im Allgemeinen sehr authentisch vor.


Wenn man wenig Zeit hat, kann man am Pier für ca. 100 Quetzales (hier ist Handeln gefragt) eine der Tuk Tuk Touren zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten des Ortes nehmen. Neben einem Besuch der schönen Kolonialkirche, der "Maya Laundry" (der Stelle, an der die Maya Frauen ihre Wäsche im See waschen) und einem Aussichtspunkt mit Blick auf den Volcan San Pedro - fährt dich der Fahrer auch zu jenem Haus, in dem Maximón steht. Dieser wechselt jährlich in einer aufwendigen Prozession seinen Aufenthaltsort. Gegen eine zusätzliche Gebühr von wenigen Quetzales (für Zigaretten und Alkohol für Maximón) kannst du auch Fotos und Videos vom etwas anderen Heiligen Santiago Atitlans machen.


Bedeutend für die jüngere Geschichte Guatemalas ist Santiago Atitlan seit dem 2. Dezember 1990. Während des Bürgerkriegs eröffnete das Militär hier das Feuer auf 2000 unbewaffnete Zivilisten und tötete dabei 14 Menschen.



Der Mayan Face Hike

Politisch inkorrekterweise auch Indian Nose Hike genannt, ist der Mayan Face Hike die beliebteste Wanderung der Region. Das liegt zum einen daran, dass es sich um eine sehr leichte Wanderung handelt, die nur eine durchschnittliche Kondition voraussetzt. Zum Anderen ist auf den sonstigen "Gipfel-Wanderungen" (Vulkan San Pedro und Vulkan Atitlán) die Gefahr von bewaffneten Raubüberfällen wesentlich größer.

Der Nachteil ist, dass man den Aussichtspunkt des Berges niemals für sich allein hat. Dennoch lohnt sich der Aufstieg und bietet einen der schönsten Ausblicke, die ich während unseres Guatemala Aufenthalts erleben durfte. Mehrere geführte Gruppen wandern im frühen Morgengrauen von Santa Clara La Laguna auf den Gipfel, um den Sonnenaufgang über dem See zu betrachten. Die Tour kannst du in vielen Tourismusbüros in San Pedro für 80 Quetzales (Stand Ende 2022) inklusive Transfer buchen.

Du kannst den Hike auch auf eigene Faust von San Juan La Laguna bewältigen. Da du allerdings an mehreren Stellen privates Gelände betrittst, auf dem die Inhaber Eintritt von Dir verlangen können, kommst du am Ende fast beim Preis einer geführten Tour raus. Dafür hast du bei der geführten Tour ein wesentlich entspannteres Wandererlebnis - ganz zu Schweigen vom Sicherheitsaspekt in den dunklen Morgenstunden.



Die Lanchas

Eine Besonderheit auf dem Atitlán See sind die Lanchas. Dabei handelt es sich um kleine Boote für ca. 20 Personen, die als Haupttransportmittel zwischen den Orten dienen. Hintergrund ist die Topographie des Sees. Die Orte sind teilweise durch riesige Berge und Vulkane voneinander abgeschottet und nicht sinnvollerweise über Straßen untereinander erreichbar.

Lanchas am Lake Atitlán in Guatemala

Einheimische zahlen für gewöhnlich weniger als die Hälfte für die Fahrten wie Touristen. Wundere dich daher nicht, wenn du mehr zahlen sollst, als an den öffentlichen Plakaten angeschlagen steht. Du kannst die Preise dennoch verhandeln und etwas drücken. Pro Fahrt solltest du nicht mehr als 30 Quetzales pro Person zahlen. Kürzere Strecken kosten 10 bis 15 Quetzales.


Die Lanchas fahren zwischen 7:00 Uhr und 17:30 Uhr. Später wird der Wellengang zu stark für die kleinen Boote. Bereits ab Nachmittag können die Bootsfahrten relativ abenteuerlich sein. Die Lanchas legen übrigens ab, sobald sie voll sind. Bei Fahrten zu unbeliebten (und untouristischen) Zielen am See kann das schonmal eine geschlagene Stunde in Anspruch nehmen.





Und hier das versprochene Video:




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